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Wie geht Cane-Fu?

Durch die Länge des Gehstockes können wir mit ihm auf große Reichweite schlagen, mit seiner Spitze stechen und mit seinem Schaft quer stoßen.

Wir könnten auch hebeln oder würgen, aber dies verlangt Fähigkeiten und Kraft, die uns Senioren eher nicht mehr zu Gebote stehen, und es verlangt langjährige Übung, wozu wir in unserem Alter nicht mehr die Zeit haben.

Deshalb üben wir in erster Linie

  • den Schlag

  • den Stich

  • den Stoß

  • und letztlich den Block zur Abwehr.

Warum üben wir Cane-Fu?

Aggressives Verhalten kann uns täglich begegnen. Aber nicht immer gelingt es, der heiklen Situation aus dem Weg zu gehen. Dann wird uns selbstsicheres Auftreten davor bewahren, von vornherein die Opferrolle zu übernehmen. Und ein Baustein der Selbstsicherheit kann der wehrhafte Umgang mit dem mitgeführten Gehstock sein.

Was bedeute "für Senioren" ?

Mit unserer nachlassenden Kraft, unserer geringeren Schnelligkeit und unserer verminderten Elastizität können wir Senioren nicht mehr alles anwenden, was in den Kampfkünsten gelehrt wird.
Ich habe deshalb amerikanische Cane-Fu-Ideen und philippinische Stocktechniken überarbeitet, sodass wir jetzt Stockselbstverteidigung ohne Akrobatik üben können.

Notwehr

Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass Cane-Fu auch gefährlich ist.
Durch umsichtiges Verhalten und freundschaftliches Miteinander haben wir in unseren Kursen bisher noch keinerlei Verletzungen zu beklagen gehabt.
Wird aber ein Holz- oder Metallstock,  ebenso wie ein ähnlich gebauter Regenschirm, im Verteidigungsfall zur Notwehr gegen einen Angreifer eingesetzt, so kann er ernsthafte Verletzungen hervorrufen.
Auch wenn Stock und Schirm absolut legal mitführbare Gegenstände sind, so ist doch das Notwehrrecht stets zu berücksichtigen.
Dies wird in den Kursen auch jeweils besprochen und diskutiert.

Wie üben wir Cane-Fu?

Wir üben die Bewegungen in der Gruppe und stellen uns den Gegner dabei vor.
Bei Partnerübungen deuten wir Schläge, Stiche, Stöße mit Vorsicht an.
Wenn wir dann heftiges Zuschlagen üben oder mit Kraft zustechen oder derb stoßen, dann sind die Ziele leblose andere Stöcke oder Polster.

...und wie üben wir nicht?

Wir treten nicht in Wettstreit miteinander.
Wir tragen keine Kämpfe aus.
Wir nehmen keine blauen Flecken mit heim.
Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig.
Und bei einem Programm für SeniorInnen versteht es sich von selbst, dass Fitness und Gelenkigkeit nicht vorausgesetzt werden können.

Ist Cane-Fu das Beste?

 Nein, jede Selbstverteidigungstechnik hat ihren Wert. Je mehr wir können, desto besser. Habe ich aber einen Stock oder einen Regenschirm dabei, so ist es nur naheliegend, mir zu überlegen, wie ich diese im absoluten Notfall zu meinem Schutz einsetzen kann.

Was brauchen wir noch?

Nennen wir es Vorsorge:

Muss ich heute Nacht durch den Stadtpark gehen oder kann ich einen anderen Weg wählen? Ich darf mir durchaus erlauben, bei einem unguten Bauchgefühl die Straßenseite zu wechseln.

Nennen wir es Wachsein:

Träume ich auf dem Heimweg, oder ist mir bewusst, dass ich mich in der U-Bahn soeben neben eine Gruppe Betrunkener gesetzt habe? Höre ich Musik mit meinen Ohrhörern, oder bekomme ich mit, was um mich herum vorgeht?

Und Selbstkontrolle:

Lasse ich mich provozieren oder kann ich ruhig, sachlich, freundlich bleiben? Lohnt es sich, auf jede Beleidigung zu reagieren?

Besonders aber Selbstbewusstsein:

Bin ich ein erkennbar leichtes Opfer, oder wird deutlich, dass es aufwändig wird, mich zu überfallen?

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